Irritationsfreies und emotionssensitives
Trainingssystem (IRESTRA)
Emotionen erkennen und helfen - BMBF-Projekt "IRESTRA" erforscht Grundlagen für neuartige Interaktionsgeräte



Technische Geräte werden zu einem immer wichtigeren Bestandteil unseres Lebens. Sie sind Werkzeuge, deren Bedienung man erlernen und beherrschen muss. Dies ist gerade für ältere oder hilfsbedürftige Menschen nicht immer einfach. Eine Hilfe könnten Geräte sein, die den Menschen und seine Emotionen verstehen und dadurch auf ihn und seine Bedürfnisse angepasst reagieren können.

Im Forschungsprojekt "Irritationsfreies emotionssensitives Trainingssystem", kurz IRESTRA werden die Grundlagen für die für die Mensch-Maschine-Interaktion der nächsten Gerätegeneration erforscht. Ein interdisziplinäres Team aus Kognitionswissenschaftlern, Hirnforschern, Psychologen, Optikdesignern und Bildverarbeitungsspezialisten entwickelt ein Emotionen erkennendes Therapie- und Trainingsgerät.

Die Projektpartner des Fraunhofer IOF sind der Lehrstuhl Digitale Bildverarbeitung und das Institut für allgemeine Psychologie der FSU Jena sowie die Klinik für Neurologie, die Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde und das Institut für Psychosoziale. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit zwei Millionen Euro.

Die Erforschung der technischen Grundlagen für dieses Gerät erfolgt am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. In den nächsten drei Jahren wird ein 3D-Messgerät entwickelt, das mit Hilfe von miniaturisierten Kameras und mikrooptischen Projektionssystemen die Mimik und Gestik des Patienten erfassen soll. In der Zukunft könnten mit den erforschten Technologien weitere Geräteanwendungen entwickelt werden.

Eine Anwendung dafür ist beispielsweise das Training von Patienten mit halbseitiger Gesichtslähmung. Diese können durch viele spezifische übungen die Beweglichkeit des Gesichtes verbessern bzw. ganz wiederherstellen. Solch ein Trainingsgerät der nächsten Generation könnte den Patienten bei seinen täglichen übungen unterstützen und die Ausführung der übungen kontrollieren. So kann es den Patienten bei Bedarf korrigieren und motivieren, die übung nochmal durchzuführen.